Empfang in Umoja, im "Dorf der Frauen", am Rande des Samburo-Wildreservats in Kenia
Empfang in Umoja, im "Dorf der Frauen", am Rande des Samburo-Wildreservats in Kenia

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Große Safari durch Kenia und Tansania - Insel Sansibar

 

vom 23. 01. bis 13. 02. 2016

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Flug- und Busreise mit Rotel-Tours

 

Teil 1 (Teil 2: Tansania)

 

 

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H i n r e i s e

Sonntag, 23.01.2016

14:20 Uhr: Von Familie von zu Hause nach Aachen Hbf gebracht

14:51 Uhr: Mit RE von Aachen Hbf nach Köln Hbf, Ankunft: 15:44, Umsteigen in ICE, Abfahrt: 15:55 nach Frankfurt-Flughafen, Ankunft 16:49 Uhr; Shuttle-Bus von Terminal 1 zum Terminal 2

18:00 Uhr: Treffen der Rotelianer und Aushändigen der Reisepässe mit Visa durch eine Mitarbeiterin von Rotel-Tours am Abfertigungsschalter von Emirates in Abflughalle E, Ebene 2 in Terminal 2

20:30 Uhr: Mit EMIRATES von Frankfurt nach Dubai, Ankunft: am 24.01., 06:10 Uhr Ortszeit

(AIRBUS 38O; Flugdauer Frankfurt-Dubai: 06:40)

10:35 Uhr: Mit EMIRATES Weiterflug von Dubai nach Nairobi, Ankunft 14:45 Uhr Ortszeit (BOEING 777-300ER; Flugdauer Dubai-Nairobi: 05:10)

Von Reiseleiterin Katrin Haas am Flughafen abgeholt, mit Mietbus zum Karen Camp bei Nairobi

 

R ü c k r e i s e

Freitag/Samstag, 12./13.02.2016

12:30 Uhr: Mit 2 Mietbussen (für Personen und Gepäck) vom Sunrise Beach Resort zum Flughafen Darresalam in 01:30 Std.

16:40 Uhr Mit EMIRATES von Daressalam nach Dubai, Ankunft: 23:15 Uhr (BOEING 777-300ER; Flugdauer 05:35)

03:20 Uhr: Mit EMIRATES von Dubai nach Frankfurt, Ankunft: 07:40 Uhr (BOEING 777-300ER; Flugdauer 07:20),

Shuttle-Bus von Terminal 2 nach Terminal 1

09:09 Uhr Mit ICE von Frankfurt-Flughafen nach Köln Hbf, Ankunft 10:05 Uhr

10:15 Uhr Mit RE von Köln Hbf nach Aachen Hbf, Ankunft 11:07

Von Kerstin abgeholt

Reiseleiterin und Küchencheffin: Katrin Haas

Busfahrer: Karl (Charly) Wilhelm

20 Rotel-Gäste, davon 9 Frauen und 11 Männer

2 Paare und 16 Einzelreisende im Alter zwischen 42 und 80

Herkunft der Rotel-Gäste: 5 aus den alten Bundesländern (ohne Bayern), 5 aus Bayern, 5 aus den neuen Bundesländern, 5 aus Österreich

20-Sitzer Allrad-Bus kombiniert, dreiachsig, mit angebauten Schlafkabinen

Routenlänge von Nairobi bis Daressalam: 3.231 km

 

 

 

Meine Beurteilung der Reise

 

Diese im Rotel-Katalog als „Große Safari durch Kenia und Tansania – Insel Sansibar“ ausgeschriebene Reise ist seit vielen Jahren ein Klassiker im Rotel-Programmangebot. In 18 Tagen (zuzüglich 4 Tage für Hin- und Rückflug) werden dabei die besonders bekannten und spektakulären Nationalparks in Kenia (Samburo-Wildreservat, Nakurusee-Nationalpark, Masai Mara Wildreservat) und in Tansania (Serengeti-Nationalpark, Ngorongoro-Krater) durchfahren und die Volksstämme der Samburu und Massai besucht.

 

Was im Rotel-Katalog als unvergessliches Erlebnis herausgestellt wird, nämlich die Übernachtungen in freier Natur (im Serengeti-Nationalpark, Samburo-Wildreservat und in der Masai Mara), ist zumindest eine zweischneidige Sache, muss dabei doch auf den Komfort von sanitären Einrichtungen weitgehend verzichtet werden.

 

Auch der angebliche Vorzug der „erhöhten Allrad-Busse mit den verschiebbaren Panoramafenstern“, der „bestens für die Pirschfahrten in der afrikanischen Großtierwelt geeignet“ ist, zeigt im Praxistest einige Nachteile. So treibt das große und laute Rotel-Fahrzeug so manches scheue Wild in die Flucht, die Kommunikation zwischen den Rotel-Gästen einerseits und dem Busfahrer bzw. der Reiseleiterin im abgegrenzten Fahrerhaus andererseits wurde häufiger durch defekte Mikrofon- und Lautsprecherverbindungen verhindert, so dass der Busfahrer alleine dafür verantwortlich war, ob und wie lange er an besonders interessanten Stellen für die Tierbeobachtung anhielt. Schließlich hat jeweils immer nur eine Seite im Bus den Vorzug der ungehinderten Ausrichtung der Fotoobjektive auf die begehrten Tiere. Es war und ist deshalb eine Notwendigkeit, dass in einigen Nationalparks und Reservaten (Samburo Wildreservat, Ngorongoro-Krater) einheimische Jeeps gemietet werden konnten, weil dort vom Dach dieser kleinen wendigen Fahrzeuge ein Rundumblick möglich ist.

Dass eine „Expeditionsreise“ auf teilweise wellblechartigen Pisten zurückgelegt wird (z.B. Anreise zur Masai Mara), musste mit stundenlangem Rütteln hingenommen werden, hätte aber durch einen besseren Zustand der Luftfederung des Fahrzeugs gemildert werden können.

Bei all diesen Beschwerlichkeiten muss ich die Ruhe und gleichbleibende Freundlichkeit unseres Busfahrers hervorheben, der die Widrigkeiten mancher Strecke souverän meisterte.

 

Das Gelingen einer Rotel-Reise hängt natürlich besonders von der Persönlichkeit und Fähigkeit des Reiseleiters bzw. der Reiseleiterin ab. Die Vorzüge unserer Reiseleiterin bestanden vor allem in der Planung und Durchführung, also im Organisationstalent, so dass alles reibungslos ablaufen konnte, was durchaus nicht selbstverständlich ist in den Ländern Afrikas. Katrin Haas konnte dabei auf eine 20jährige Erfahrung in diesem Erdteil zurückschauen. Und dennoch gab es auch bei ihr einige Verhaltensweisen, auf die ich hier nicht im einzelnen eingehen möchte. Wichtig bleibt allerdings festzuhalten, dass sie die von uns erwartete Begeisterung für Afrika nicht übertragen konnte. So waren wir auf uns gestellt, diese für Tierwelt, Menschen und Landschaften Afrikas selbst zu entwickeln.

 

Schließlich möchte ich noch auf den Programmpunkt Sansibar eingehen. Schon der Name weckt bei vielen Lesern hohe Erwartungen an Exotik und Abenteuer. Doch die Wirklichkeit sieht doch deutlich nüchterner aus. Alleine die Anreise von 2 Tagen mit insgesamt 584 km von Marangu bis Daressalam, die fehlenden Highlights am 17. Tag, der chaotische Verkehr in Daressalam und damit das mühsame Durchkämpfen unseres Busses und des Taxis (bei der Rückkehr von Sansibar) im Dauerstau, aber vor allem der plötzliche Klimawechsel von gemäßigten Temperaturen der höheren Lagen in den Naturparks in die feucht-schwülen Tropen an der Küste des Indischen Ozeans waren ein hoher Stressfaktor. Und auch auf Sansibar war die Schwüle unerträglich. Ich persönlich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn diese Reise auf etwa 2 Wochen verkürzt würde, mit dem Schwerpunkt auf den Safaris in den Nationalparks. Endpunkt der Reise könnte dann Arusha bzw. Nairobi sein. Doch das ist jetzt nur ein Gedankenspiel. Viele wollen vielleicht das Kennenlernen von Sansibar trotz aller Widrigkeiten doch nicht auslassen.

 

Zum typischen Tagesablauf bei Rotel-Reisen möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Dazu habe ich mich in der Beurteilungen meiner Rotel-Reise durch Irland ausführlich geäußert.

 

Insgesamt gesehen möchte ich festhalten, dass die Reise trotz einiger negativer Aspekte eine große Erfahrung sowie ein starkes Erlebnis war. Auch der harmonische Zusammenhalt in der Reisegruppe muss lobend hervorgehoben werden.

 

Aachen, im April 2016

Frank Rother 

Karte der Flüge

Frankfurt -  Dubai (Dubai - Frankfurt) = 4 840 km (Flugdauer: 06:40 bzw. 07:20)

Dubai - Nairobi = 3 556 km (Flugdauer: 05:10)

Daressalam - Dubai = 3 960 km

 

Karte der Route mit dem Rotel-Bus mit Übernachtungsstationen

 

Tag 1: Sa. 23. 01. 2016 – Flug mit EMIRATES von Frankfurt nach Dubai

Der Airbus 380, größtes Passagierflugzeug der Welt, steht für uns startbereit nach Dubai.
Der Airbus 380, größtes Passagierflugzeug der Welt, steht für uns startbereit nach Dubai.

Tag 2: So. 24. 01. 2016 – Flug mit EMIRATES von Dubai nach Nairobi

Ankunft in Nairobi um 14:45 Uhr. Reiseleiterin Katrin Haas empfängt uns am Flughafen. Mit einem Kleinbus fahren wir zum Karen Camp bei Nairobi, wo uns unser Busfahrer Karl (Charly) Wilhelm empfängt. Organisation der Kabinenverteilung, Abendessen im Restaurant des Camps.

 

Tag 3: Mo. 25. 01. 2016 – Tagesfahrt bis zum Samburu Wildreservat (328 km)

Die Reise führt durch eine abwechslungsreiche grüne hügelige Landschaft. Zwischen größeren Teeplantagen sind eingestreut die kleinen Felder der Subsistenzbauern. Wir passieren den Äquator bei Meru. Auf der Weiterfahrt in nördlicher Richtung erleben wir den sehr eindrucksvollen Landschaftswechsel vom fruchtbaren Hochland Zentral-Kenias zum trockenen, steppenhaften bis wüstenähnlichen Norden Kenias, dem Lebensraum der Samburu. Diese "Schmetterlinge" des Nordens, hochgewachsen, in leuchtend roten Gewändern gekleidet, ihr Haar kunstvoll zu Zöpfen geflochten und geschmückt mit Perlenreifen, haben - wie die mit ihnen verwandten Massai - in Kleidung und Lebensweise ihre alte Tradition bewahrt. Am Rande des Samburu-Nationalparks übernachten wir am Rande des Dorfes Umoja, "des Dorfs der Frauen", die das Camp am Uaso Nyiro Fluss aufgebaut haben. Übernachtungsplatz: Umoja Waso Women Group

 

Unser kombinierter Rotel-20Sitzer-Allrad-Bus. Stopp an einem Markt mit Kochbananen
Unser kombinierter Rotel-20Sitzer-Allrad-Bus. Stopp an einem Markt mit Kochbananen
Markt mit Kochbananen
Markt mit Kochbananen
Camp am Uaso Nyiro Fluss am Rande des Samburo-Nationalparks
Camp am Uaso Nyiro Fluss am Rande des Samburo-Nationalparks
Abendstimmung mit Schirmakazien am Uaso Nyiro Fluss
Abendstimmung mit Schirmakazien am Uaso Nyiro Fluss

Tag 4: Di. 26. 01. 2016 – Samburu-Wildreservat (38 km)

Ganztägiger Aufenthalt in diesem für manche Naturliebhaber schönsten Park Kenias. Die halbwüstenartige, offene Landschaft mit vulkanischen Bergrücken beherbergt eine sehr interessante Tierwelt mit einigen äußerst seltenen Arten wie die Netzgiraffe, das Grevyzebra, Gerenuk (Giraffengazelle), Spießbock usw. Der Wasserreichtum und der schattige Wald des Uaso Nyiro Flusses ziehen eine große Menge von Tieren wie Elefanten, Löwen und die großen Nilkrokodile an. Am Vormittag (auf Wunsch auch am Nachmittag) Pirschfahrten mit einheimischen Jeeps. Mittags Aufenthalt in der wunderschön gelegenen Samburo-Lodge. Übernachtung auf dem schon bekannten Camp Umoja Waso Women Group am Uaso Nyiro Fluss.

 

Morgenstimmung am Uaso Nyiro Fluss
Morgenstimmung am Uaso Nyiro Fluss

Tag 5: Mi. 27. 01. 2016 – Samburo-Wildreservat - Nyahururu/Thomson Falls (268 km)

Am Morgen Besuch in Umoja, im "Dorf der Frauen". Hier leben ausschließlich Frauen (und ihre Kinder), die von ihren Männern verstoßen wurden oder diese verlassen haben. Besuch der Vorschule, in der die Kinder von einer Lehrerin unterrichtet werden. Danach verlassen wir den Park und fahren durch endlos scheinende Ebenen, sehen am fernen Horizont die im Dunst verschwimmenden Berge. Um die Nordflanke des Mount Kenya herum klettert die Straße auf eine Höhe von 2000 Meter. Kurz nach Nanyuki überqueren wir den Äquator und erreichen bald Nyere. Nun befinden wir uns im ehemaligen bevorzugten Siedlungsgebiet britischer Farmer, den fruchtbaren Highlands: Weizenfelder, soweit das Auge reicht, riesige Kaffeeplantagen und Rinderfarmen. Weiter geht es zwischen den Bergen der Aberdares im Westen und des Mount Kenya im Osten nach Nyahururu. Übernachtung bei den Thomson Falls. Übernachtungsplatz: Thomson's Falls Lodge. Am Wasserfall treffen wir auf Menschen vom Stamm der Kikuyu.

 

Samburu Samburo-Schmuck

Umoja, Dorf der Frauen Link1 Link2 Link3 Link4

 

Die Samburo-Frauen empfangen uns Fremde mit Gesang und Tanz.
Die Samburo-Frauen empfangen uns Fremde mit Gesang und Tanz.

Mittagspause in Nanyuki, der Hauptstadt des Laikipia Countys

Thomson Falls bei Nyahururu
Thomson Falls bei Nyahururu

Tag 6: Do. 28. 01. 2016 – Nyahururu/Thomson Falls - Baringosee (280 km)

Nach dem Frühstück unternehmen wir einen Spaziergang zum höchst gelegenen Hippo-Pool in Kenia. Anschließend fahren wir zum Baringosee. Der im Tal des Rift Valley, des Ostafrikanischen Grabenbruchs gelegene Baringosee ist ein idealer Standort für Vogelbeobachtungen, fasziniert aber auch gleichermaßen durch seine einzigartige geologische Geschichte. In seiner Umgebung leben Angehörige verschiedener Ethnien wie die Pokot, Njemps und Turkana. Am Baringosee beobachten wir Flusspferde, die nach Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen an den Ufern des Sees grasen. Übernachtungsplatz: Roberts Camp Drylands

 

Auf dem Übernachtungsplatz am Baringosee. Die Bäume im Wasser zeigen den Anstieg des Seespiegels.
Auf dem Übernachtungsplatz am Baringosee. Die Bäume im Wasser zeigen den Anstieg des Seespiegels.

Tag 7: Fr. 29. 01. 2016 – Baringosee - Nakurusee-Nationalpark (124 km)

Vormittags Bootsfahrt auf dem Baringosee, in dem Krokodile und Flusspferde leben. Beobachtung verschiedener Vögel, u.a. Schreiseeadler bei der Jagd nach Fischen. Anschließend führt die Fahrt durch Dornbuschsavanne nach Nakuru zur Kenanafarm, unserem Übernachtungsplatz: Kembu Campsite bei Njoro

 

Sonnenaufgang am Baringosee
Sonnenaufgang am Baringosee
Fluss in einer Schlucht südlich von Marigat, der in den Baringosee mündet.
Fluss in einer Schlucht südlich von Marigat, der in den Baringosee mündet.
Sisal-Agaven
Sisal-Agaven
Schülerinnen in Schuluniform
Schülerinnen in Schuluniform

Tag 8: Sa. 30. 01. 2016 – Nakurusee-Nationalpark (117 km)

Wir unternehmen eine ganztägige Pirschfahrt durch den wildreichen Nakurusee-Nationalpark mit dem Nakurusee. Vor einigen Jahren waren die besondere Attraktion dieses kleinen Parks die Flamingos, in manchen Jahren wurden bis zu einer Million Zwergflamingos gezählt. Bei unserem Besuch waren keine Flamingos zu sehen. Häufig ist hier das sonst nur selten anzutreffende, da vom Aussterben bedrohte Breitmaulnashorn zu beobachten, bei unserer Fahrt zeigte es sich nicht. Außerdem gibt es im Park sehr viele Wasserböcke, Giraffen, Kaffernbüffel u.a. Übernachtungsplatz: Kembu Campsite bei Njoro

 

Nakurusee. Die Bäume im Wasser sind ein Hinweis auf den Anstieg des Seespiegels.
Nakurusee. Die Bäume im Wasser sind ein Hinweis auf den Anstieg des Seespiegels.

Tag 9: So. 31. 01. 2016 – Nakuru - Masai Mara Wildreservat (299 km)

Vorbei am Elementaita- und Navashasee gelangen wir nach Narok. Die Stadt ist das bedeutendste Zentrum der Massai, von denen sich viele in der Umgebung dauerhaft angesiedelt haben. Nach der Mittagspause geht es zum Masai Mara Wildreservat. Übernachtet wird auf einem Camp in der Nähe des Haupteingangs zum Reservat. Übernachtungsplatz: Mara Explorers Camp

 

Mara Explorers Camp
Mara Explorers Camp

Tag 10: Mo. 01. 02. 2016 – Masai Mara Wildreservat (110 km)

Wir unternehmen eine ganztägige Pirschfahrt durch das Masai Mara Wildreservat, Kenias berühmtestes Naturschutzgebiet. Auf einer Höhe von 1650 m gelegen, nimmt es eine Fläche von 1510 qkm ein und bildet die nördliche Fortsetzung des Serengeti-Nationalparks in Tansania. Es ist bekannt für seine jährlichen Gnu-Wanderungen, bei denen Hunderttausende von Gnus im Juni/Juli auf der Suche nach Nahrung in die Masai Mara kommen und im Oktober/November wieder in die Serengeti zurückziehen. Man trifft jedoch in der Masai Mara das ganze Jahr über fast alle Wildtiere Ostafrikas. Übernachtungsplatz: Mara Explorers Camp

 

Besuch in einem Massai-Dorf

 

"Die Massai sind ein Volk von Rinderzüchtern, das in Kenia und Tansania im Gebiet des ostafrikanischen Great Rift Valley lebt. In der Überzeugung, daß alle Rinder dieser Erde eigentlich ihr Eigentum seien, unternehmen sie noch immer gelegentliche Raubzüge, um das Vieh anderer Stämme zurückzuerobern, das diese ihnen angeblich vor langer Zeit raubten. Die enge Bindung der Massai an ihr Vieh hat zu einer halbnomadischen Lebensweise geführt, in der die Suche nach Weiden und Wasser vom Rhythmus der Jahreszeiten bestimmt wird."

(Tepilit Ole Saitoti, Carol Beckwith: Die Massai. DuMont Buchverlag Köln 1981, S. 17)

 

»Möge Gott dir Kinder und auch Rinder schenken.«

"In den Gebeten der Massai werden diese beiden Gaben immer zusammen erwähnt. Wenn ein Massai Kinder hat, braucht er auch Rinder, um sie zu ernähren; besitzt er Rinder, benötigt er Kinder, die seine Herde hüten können. Kinder und Rinder ergänzen sich somit; wenn ein Massai allerdings zwischen beiden wählen müßte, würde er sich für die Kinder entscheiden." (S. 49)

 

"Die Kindheit ist bei den Massai eine Zeit großer Freiheit. Bis etwa zum siebten Lebensjahr haben die Jungen und Mädchen kaum irgendwelche Aufgaben. Sie spielen, eifern den Erwachsenen nach und üben sich in ihrer Muttersprache. Die Mädchen erlernen nach und nach die weiblichen Fertigkeiten - das Nähen von Kleidung, die Zubereitung der Nahrung, das Melken der Tiere, die Herstellung von Schmuck. Die Knaben üben sich im Laufen und Werfen; sie erwerben erste Kenntnisse über die Rinder und spielen Hirte. Kinder werden mit größter Liebe und Zärtlichkeit behandelt, nicht nur von den Eltern, sondern auch von den meisten anderen Erwachsenen. Das Selbstvertrauen späterer Tage reift in diesen jungen Jahren heran." (S. 60)

 

"Die Beschneidung markiert den Übergang der herangereiften Knaben und Mädchen ins Erwachsenendasein. Sie ist eine Art Prüfung, ob die Jugendlichen reif genug sind, den Anforderungen des Lebens mit Mut und Würde zu begegnen. Mit der Initiation werden die Männer zu Kriegern und die Mädchen zu heiratsfähigen Frauen. Der Eingriff erfolgt bei Tagesanbruch. Die Beschneidung eines Knaben findet vor dem Haupteingang zum Kraal seiner Familie statt, die des Mädchens im Haus ihrer Mutter. Nach dem Ritual segnet der Vater seine Rinder: Er besprengt sie mit Milch und Honigbier aus einer Kalebasse, in die man frisches Gras als Zeichen der Fruchtbarkeit gelegt hat. Symbol des wichtigen Übergangs von der Kindheit zum Erwachsenenleben ist ein junger Baum, den man neben dem Haus des beschnittenen Jungen oder Mädchens einpflanzt." (S. 84)

 

"Krieger zu werden ist der Traum jedes Massai-Jugendlichen; das Wort selbst scheint schon magische Kräfte in sich zu bergen. Ein Krieger muß stark, klug, mutig, zuversichtlich, weise und edel sein. Er muß Löwen für die Ausstattung seines Kopfschmucks jagen, seine Herden vor Raubtieren schützen, gestohlenes oder verirrtes Vieh oft von weit her zurückholen und die Gemeinschaft schützen: Krieger leben in enger Brüderschaft zusammen; sie teilen alles miteinander, vom Essen bis zu den Mädchen. Daneben bringen die Krieger der Gemeinschaft auch Abwechslung, Abenteuer und Romantik; ohne ihre Lieder, ihre Poesie, ihr Liebeswerben und ihre kühne Männlichkeit wäre das Leben der Massai nicht das, was es ist." (S. 124)

 

"Älterer (ab etwa 35 Jahren) zu sein, heißt für Mann und Frau, Verantwortung zu tragen. Der neue Lebensabschnitt beginnt mit der Heirat und der Gründung einer Familie und setzt sich fort mit dem Erwerb von Vieh und der Erziehung der Kinder, die Reichtum und Sicherheit garantieren. Ein Netz sozialer Beziehungen und zahlreiche Zeremonien bestimmen das Leben der Älteren. Zu ihren Feiern schreiten Frauen und Männer in getrennten Prozessionen, und sie begrüßen einander mit ausgesuchter und formvollendeter Höflichkeit. Bewundert und geehrt von allen Jüngeren, sehen die Älteren der Massai nicht einem Alter in Angst und Einsamkeit entgegen. Bis zuletzt nehmen sie am Leben ihres Volkes teil." (S. 196)

 

"Der Leser möchte wahrscheinlich erfahren,was die Massai in der Zukunft zu erwarten haben. Als Massai, der sein Volk und seine Kultur liebt, mag ich pessimistisch erscheinen, doch habe ich gute Gründe dafür. Wir sind ein Volk, dessen Zeit abgelaufen ist. Die industrialisierte Welt rückt näher wie eine unaufhaltsame Flut, in der die Massai ertrinken werden, wenn sie sich nicht rechtzeitig auf eine rettende Anhöhe zurückziehen.

   Ich bin zu der schmerzlichen Auffassung gelangt, daß die Massai sich ändern müssen, wollen sie ihre Kultur oder wenigstens ihre nackte Existenz retten. Sie haben keine andere Wahl, als sich den Gegebenheiten der modernen Welt anzupassen. Es ist besser, einem Feind offen entgegenzutreten und sich auf ihn vorzubereiten, als unerwartet zu Hause angegriffen zu werden. Die Massai verfügen noch nicht über alle notwendigen Waffen für die Auseinandersetzung mit der modernen Welt, denn es mangelt ihnen an Bildung, Land und finanziellen Mitteln. Noch können sie sich von ihrem Land und ihrem Vieh ernähren, aber das Land wird in beängstigendem Maße knapp. Ohne Land aber gibt es keine Weiden für die Rinder, und so ist die besondere Lebensweise der Massai zum Sterben verurteilt." (S. 269)

 

Alle Zitate aus dem Werk: Tepilit Ole Saitoti und Carol Beckwith: Die Massai. DuMont Buchverlag Köln 1981

 

 

Abendstimmung in der Masai Mara
Abendstimmung in der Masai Mara

Tag 11: Di. 02. 02. 2016 – Masai Mara Wildreservat - Musoma/Tansania (426 km)

Über Bomet und Sotik gelangen wir in den Südwesten Kenias. Diese Region ist eine der am dichtesten besiedelten Gegenden Ostafrikas. Wir kommen durch Kisii, das lebhafte Handelszentrum der landwirtschaftlich sehr produktiven Umgebung, und erreichen mit Isebania die Grenze zwischen Kenia und Tansania. Anschließend führt die Fahrt nach Musoma am Victoriasee, Afrikas größtem Süßwassersee. Übernachtungsplatz: beim Tembo Beach Hotel

 

Rinderherde der Massai
Rinderherde der Massai

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Fortsetzung  Tansania