Georgien. Auf der alten Grusinischen Heerstraße zum Kreuzpass im Hohen Kaukasus, nahe der Gudauri-Aussichtsplattform
Georgien. Auf der alten Grusinischen Heerstraße zum Kreuzpass im Hohen Kaukasus, nahe der Gudauri-Aussichtsplattform

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Große Kaukasus-Reise

 

Georgien - Armenien - Aserbaidschan

 

vom 17. 8. bis 6. 9. 2019

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Flug- und Busreise mit Rotel Tours

 
Teil 1: Georgien, von Batumi über Kutaisi, Bakuriani nach Mzcheta

und Tbilisi, mit einem Ausflug nach Kazbegi

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Reiseleiter: Anton Vogl

Busfahrer, KFZ-Mechaniker und Küchenchef: Alois Preis

Zusätzliche Reiseleiter:

Nikoloz Gordeladze in Georgien

Diran Lokmagözyan in Armenien

Abbas Abbasov in Aserbaidschan

Kameraleute der Kaukasus-Reise: Albert Heyne und Ramona Grombaß

 

34 Rotel-Gäste, davon 16 Frauen und 18 Männer im Alter zwischen 41 und 91 Jahren,

36-Sitzer Bus mit Schlafkabinen-Anhänger

Gefahrene Kilometer: 3100

 

Meine Beurteilung der Reise 

 

Nach meiner ersten individuellen Reise im Herbst 2018 in den Kaukasus, nach Tbilisi, in die Hauptstadt Georgiens, hatte ich mir vorgenommen, dieses gastfreundliche Land möglichst bald wieder zu besuchen. Es stand von Anfang an fest, dass ich wegen der fremden Sprache und Schrift eine organisierte Gruppenreise wählen würde, und so entschied ich mich schon im Dezember 2018 für eine attraktive Reise durch alle drei Kaukasus-Länder (Georgien, Armenien und Aserbaidschan) und wählte als Reiseunternehmen Rotel Tours, mit dem ich zuvor schon sieben Reisen erfolgreich unternommen hatte.

 

Der Expeditionscharakter der Reise in die touristisch noch nicht so stark erschlossenen Kaukasusländer hatte Vor- und Nachteile: So wurden auch abgelegene Ziele angesteuert, teilweise auch mit Taxis und Kleinbussen. Nach den Vorträgen der Reiseleiter vor Ort blieb immer genügend Zeit zum eigenen Erkunden und zum Fotografieren. Besonders hervorheben möchte ich die Erzählfreude unseres Reiseleiters Anton Vogl, besonders wenn es um geschichtliche Themen ging. Die Zeit während der Fahrt im Bus hätte allerdings noch intensiver für landeskundliche Vorträge genutzt werden können. Ein ganz großes Plus der Reise waren aber zweifellos die vielen gemeinsamen Restaurantbesuche mit gastronomischen Spezialitäten der drei Länder, wobei besonders das georgische Festmahl (Supra) mit Tischmeister (Tamada) in bleibender Erinnerung sein wird. Als Kritikpunkt muss allerdings auch der ein oder andere Übernachtungsplatz neben einem Hotel genannt werden. Ganz schlimm und eigentlich unzumutbar waren vier Übernachtungen beim Hotel Zedazeni nahe Mzcheta: Hier stand das Rotel nur etwa 50 Meter von der auch nachts stark befahrenen Autobahn nach Tbilisi entfernt, was bedeutete, dass von einem erholsamen Schlaf trotz Ohrstöpseln keine Rede sein konnte. (Es sollte von Rotel geprüft werden, ob zumindest in diesem Fall Hotelübernachtungen eine Alternative darstellen.) Auch das jeweilige Anmieten von drei Hotelzimmern zum Duschen war für die Gruppengröße von 34 Personen etwas knapp bemessen. Wer natürlich schon um 4 Uhr in der Frühe zur Morgentoilette aufbrach, hatte das Duschzimmer für sich allein.

 

Alle Teilnehmer der Reise hatten schon mehrfache Erfahrungen mit Rotel-Reisen. Deshalb gab es auch einen guten Gruppengeist und ein harmonisches Zusammenleben. (Weitere Erläuterungen und Fotos zu Rotel Tours findet man in den Reportagen Sankt Petersburg, Irland u.a.)

 

Aachen, im September 2019

Frank Rother

 

 

Karte von Georgien, Armenien und Aserbaidschan

 

 

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Tag 1: Sa. 17.8.2019 - Hinreise mit Zug von Aachen nach Frankfurt/Main, Flug nach Istanbul

Mit RE1 ab Aachen Hbf. um 15:51, mit ICE 201 ab Köln Hbf. um 16:55, an Frankfurt Fernbahnhof um 17:49 Uhr. Ab Frankfurt um 22:25 Uhr, an Istanbul Airport um 02:15 Uhr (mit Turkish Airlines, Airbus 321, Flugdauer 02:50, Seat 18C)

 

Tag 2: So. 18.8.2019 - Flug von Istanbul nach Batumi.

Ab Istanbul Airport um 06:25 Uhr, an Batumi um 09:20 Uhr (mit Turkish Airlines, Boeing 737-800, Flugdauer 01:55, Seat 19C)

Stadtrundgang in Batumi: Europaplatz mit Medea-Denkmal, Alphabetischer Turm, Ali & Nino Skulptur (Künstler: Tamar Kvesitadze), tragische Liebesgeschichte von Kurban Said von 1937, fast 100-jähriger Botanischer Garten. Übernachtung auf einem ruhigen Campingplatz am Schwarzen Meer nahe Batumi (mit einfachsten sanitären Anlagen).

 

Batumi

Das Schwarze Meer bei Batumi am Vormittag des 19.8.2019
Das Schwarze Meer bei Batumi am Vormittag des 19.8.2019

Tag 3: Mo. 19.8.2019 - Batumi - Kutaisi

Unsere Route führt entlang der Schwarzmeerküste mit den georgischen Sandstränden bei Poti. Weiter durch die Ebene des Rionitales zwischen Kleinem und Großem Kaukasus nach Kutaisi, der zweitgrößten Stadt Georgiens. Laut Überlieferung hat hier der Argonautenführer Jason das Goldene Flies und die Königstochter Medea geraubt. Am berühmten Kolchis-Brunnen können wir die Nachbildungen der legendären Goldschätze des antiken Kolchis bewundern. Nicht weit vom Markt entfernt führt der Weg über eine Brücke in die Altstadt mit Basar und zur neu errichteten Kathedrale von Bagrati, umgeben von Klosterruinen. Nach der Mittagspause besuchen wir das etwas außerhalb der Stadt gelegene Kloster Gelati, das wegen seiner Fresken bekannt ist (UNESCO-Weltkulturerbe). Ruhige Übernachtung beim Hotel Imeri.

 

Kutaisi

Kolchis-Brunnen auf dem Fontänenplatz mit der Nachbildung der legendären Goldschätze
Kolchis-Brunnen auf dem Fontänenplatz mit der Nachbildung der legendären Goldschätze
Fassadenrelief am Bauernmarkt in Kutaisi
Fassadenrelief am Bauernmarkt in Kutaisi

Gelati

Gelati, Kathedrale der Geburt der seligen Jungfrau Maria, erbaut 1106-25 unter König Dawit, dem Erbauer
Gelati, Kathedrale der Geburt der seligen Jungfrau Maria, erbaut 1106-25 unter König Dawit, dem Erbauer
Kloster Gelati, St.-Nikolaus-Kirche und Glockenturm
Kloster Gelati, St.-Nikolaus-Kirche und Glockenturm

Tag 4: Di. 20.8.2019 - Kutaisi - Bakuriani

Bald erreichen wir die steinige Berglandschaft des 997 m hohen Rikotipasses. Vorbei an Teeplantagen grüßen im Norden die (nicht sichtbaren schneebedeckten) Gipfel des Großen Kaukasus. Wir fahren Richtung Borjomi (Bordschomi) und folgen dem Mtkwari (Kura) flussaufwärts. Nach dem Einkaufsstopp in der Markthalle am kleinen Bahnhof der Schmalspurbahn lassen wir den Hänger stehen und fahren mit dem Bus nach Borjomi. Die Kleinstadt war zur Zarenzeit der berühmteste Kurort des russischen Reiches. Von hier kommt Georgiens bekanntestes Mineralwasser. Im Kurpark kann man das leicht schwefelhaltige Wasser probieren (entspannte Siesta in der Bar des Hotels Crowne Plaza Borjomi bei einer homemade Limonade). Wenn man den Kurpark verlässt, lohnt sich ein Blick in den alten Jugendstil-Bahnhof. Anschließend holen wir unseren Hänger ab und fahren weiter nach Bakuriani. Bakuriani liegt auf 1.700 m Höhe in einem weiten Vulkankrater und war einst das Trainingszentrum der Sowjetischen Olympiamannschaft für Winterspiele. Zwei Übernachtungen beim Hotel Apolon.

 

Borjomi

Tag 5: Mi. 21.8.2019 - Bakuriani (Todestag von Almut: 21.8.2013)

Heute haben wir verschiedene Möglichkeiten: Ein kleiner Teil der Gruppe wandert in der Umgebung von Bakuriani. Der Berg Kochta liegt 450 m über dem Talkessel im Nationalpark Bordschomi-Charagauli, dem größten Naturschutzgebiet Georgiens. Der größere Teil der Gruppe fährt um 10 Uhr mit einer kleinen Schmalspurbahn von Bakuriani nach Bordschomi (E-Lok SŽD-Baureihe ЧС11). Diese renovierte Schmalspurbahn von 1902 verbindet mit 39 Schienenkilometern in fast zwei Stunden den Kurort Bordschomi im Tal mit dem Wintersportort Bakuriani in den Bergen. Es ist eine beschauliche Fahrt, meist durch dichte Wälder, mit einigen wunderbaren Ausblicken. Die Rückfahrt nach Bakuriani erfolgt mit Kleinbussen über das sehenswerte Kloster Timotessubani.

 

Die Elektrolokomotive (SŽD-Baureihe ЧС11) aus der ehemaligen Tschechoslowakei mit zwei Personenwagen fährt in den Bahnhof von Bakuriani ein.
Die Elektrolokomotive (SŽD-Baureihe ЧС11) aus der ehemaligen Tschechoslowakei mit zwei Personenwagen fährt in den Bahnhof von Bakuriani ein.

Tag 6: Do. 22.8.2019 Bakuriani - Mzcheta (Tbilisi)

Heute setzen wir die Reise in die Stadt Gori fort. Mittagspause und Aufenthalt am Stalinmuseum mit seinem marmornen Säulenpalast als Schrein für ein kleines Ziegelhäuschen, dem Geburtshaus Joseph Dschugaschwilis (Stalin). Weiterfahrt ohne Hänger zur etwa 10 km östlich von Gori gelegenen Felsen- und Höhlenstadt Uplisziche, eine der großen Sehenswürdigkeiten Georgiens, mit Besichtigung. Weiterfahrt mit dem in Gori abgeholten Hänger nach Mzcheta, der alten Hauptstadt Georgiens. Zwei Übernachtungen auf dem Parkplatz des Hotels Zedazeni in unmittelbarer Nähe (50 Meter!) der stark befahrenen Autobahn nach Tbilisi. Dieser Übernachtungsplatz ist wegen der pausenlosen Lärmbelästigung am Tag und in der Nacht eine unzumutbare gesundheitliche Belastung! Übrigens: Reiseleiter, Busfahrer und drei Rotelgäste mieten sich Zimmer im ruhigen Hotel. (Dieser Übernachtungsplatz wird auf dieser Reise an insgesamt an 4 Tagen genutzt.)

 

Gori

3000 Jahre alte Höhlenstadt Uplisziche

Blick von der Felsen- und Höhlenstadt Uplisziche auf den Fluss Kura
Blick von der Felsen- und Höhlenstadt Uplisziche auf den Fluss Kura

Tag 7: Fr. 23.8.2019 Tbilisi (Tiflis)

(Mein individueller Besuch von Tbilisi im Herbst 2018)

Fahrt mit einem Mietbus nach Tbilisi und ganztägiger Aufenthalt mit Besichtigungen. Die Hauptstadt Georgiens mit mehr als 1 Million Einwohnern liegt an den Ufern der Kura in einem Talkessel, der von felsigen Bergen umgeben ist. 75 Nationalitäten und Angehörige der unterschiedlichsten Religionen leben hier friedlich nebeneinander. Die Stadt verfügt über eine U-Bahn, viele elegante Geschäfte und Straßencafes, daneben jede Menge Hochhäuser im bekannten Plattenbaustil. Nur in den Altstadtquartieren spürt man noch die Atmosphäre von Alt-Tiflis. Monument der Heiligen Nino, Reiterdenkmal Davit Agashenebeli, Reiterdenkmal von König Wachtang Gorgasali, Mecheti-Kirche, Meisterwerk der mittelalterlichen georgischen Baukunst und nationales Heiligtum. Fahrt mit der Seilbahn zur Nariqala-Festung und zur "Mutter Georgiens" (mit Schwert und Weinschale). Zu Fuß Abstieg zur Moschee mit einem sehr schön erhaltenen Minarett und zum Hamam (Abanotubani), dem alten Bad. Nach der Mittagspause Gang durch die Altstadt zur Sioni-Kathedrale und zum Freiheitsplatz mit der St. Georgs-Säule. Besuch des Historischen Museums und der Schatzkammer mit georgischem Goldschatz. Zweite Übernachtung beim Hotel Zedazeni.

 

Tbilisi, Altstadt und Nariqala-Festung
Tbilisi, Altstadt und Nariqala-Festung

Schatzkammer mit Goldschmuck im Historischen Museum 

Tag 8: Sa. 24.8.2019 Mzcheta (Tbilisi) - Gudauri

Weiterfahrt ohne Hänger mit kleinem Handgepäck. Als erstes besuchen wir die restaurierte alte Hauptstadt Mzcheta. Hier besichtigen wir das Nonnenkloster Samtavro und die Swetizchoweli-Kathedrale. Anschließend besuchen wir die auf einem Berg gelegene Dschwari-Kirche mit einem wunderschönen Panoramablick auf die Heerstraße, den Hohen Kaukasus und die alte Hauptstadt Mzcheta. Über die Grusinische Heerstraße brechen wir nach Norden zum Großen Kaukasus auf. Wir fahren am 11 km langen Stausee vorbei, der Hochwasserschutz, Trinkwasserreservoir und Stromerzeuger für Tbilisi und Umgebung ist. In Serpentinen schlängelt sich sich die Straße den Berg hinauf und schon bald sehen wir die alte Klosterfestung Ananuri (16./17. Jh.). Weiter geht die Fahrt durch das Hochgebirge vorbei am Denkmal für Sulchan-Saba Orbeliani zum Wintersport- und Luftkurort Gudauri auf 2.157 m Höhe. Besuch des Freundschaftsdenkmals der Sowjets und der Georgier (Architekt Giorgi Tschachawa u.a.). Abendessen, Übernachtung (im Doppelzimmer) und Frühstück im Hotel Alpina.

 



Außenmauer der Swetizchoweli-Kathedrale
Außenmauer der Swetizchoweli-Kathedrale
Alte Hauptstadt Georgiens: Mzcheta. Blick von der Dschwari-Kirche nach Westen auf den Fluss Kura und die Stadt
Alte Hauptstadt Georgiens: Mzcheta. Blick von der Dschwari-Kirche nach Westen auf den Fluss Kura und die Stadt
Grusinische Heerstraße, Blick von der Dschwari-Kirche zum Hohen Kaukasus. (Der rote Fleck in der Bildmitte ist unser Rotel am Hotel Zedazeni dicht neben der Autobahn.)
Grusinische Heerstraße, Blick von der Dschwari-Kirche zum Hohen Kaukasus. (Der rote Fleck in der Bildmitte ist unser Rotel am Hotel Zedazeni dicht neben der Autobahn.)

Klosterfestung Ananuri am Zhinvali-Stausee


Auf der alten Grusinischen Heerstraße zum Kreuzpass im Hohen Kaukasus

Tag 9: So. 25.8.2019 Gudauri -Kazbegi (Stepanzminda) - Mzcheta (Tbilisi)

In engen Kurven kommen wir hinauf zum Kreuzpass, dem "Sattel des Kaukasus" (2.395 m). Ein paar Kehren weiter sieht man den "Weißen Berg", den Kazbek (Kasbeg), der mit einer Höhe von 5.047 m der höchste Berg der Region ist. Hier soll der Legende nach Prometheus an den Felsen geschmiedet worden sein. weil er den Menschen das Feuer holte. Ein fantastisches Panorama tut sich auf. Durch Kobi gelangen wir nach Kazbegi (Stepanzminda), in der Nähe der russischen Grenze und am Fuße des Kazbek. Mit einheimischen Allradfahrzeugen fahren wir auf ein Plateau zur Gergetier Dreifaltigkeitskirche, mit einmaligem Panoramablick auf den "Weißen Berg" und andere Gipfel des Hohen Kaukasus. Nach der Mittagspause in Kazbegi Rückfahrt am Nachmittag nach Mzcheta. Georgisches Abendessen im Restaurant. Dritte schlaflose Nacht mit Lärmbelästigung beim Hotel Zedazeni.

 

Gergetier Dreifaltigkeitskirche im Hohen Kaukasus
Gergetier Dreifaltigkeitskirche im Hohen Kaukasus

Georgisches Abendessen mit Gesang in einem Restaurant bei Mzcheta

Deutscher Reiseleiter Anton Vogl, georgischer Reiseleiter Nikoloz Gordeladze, Busfahrer Alois Preis (v.r.n.l.)
Deutscher Reiseleiter Anton Vogl, georgischer Reiseleiter Nikoloz Gordeladze, Busfahrer Alois Preis (v.r.n.l.)